Versteckter Fisch & Meeresfrüchte: Zutaten erkennen
Kurz gesagt: Fisch und Meeresfrüchte verstecken sich in Worcestersauce, Caesar-Dressing, Fischsauce, Austernsauce, Garnelenpaste, Dashi, Surimi, Krillöl und manchen Nahrungsergänzungsmitteln. Die LMIV führt Fisch, Krebstiere und Weichtiere als drei getrennte Allergene, die hervorgehoben werden müssen. In den USA sind Weichtiere wie Tintenfisch oder Muscheln kein Hauptallergen.
Das Wichtigste in Kürze
- Fisch, Krebstiere und Weichtiere sind in der EU drei getrennte Pflichtallergene.
- In den USA muss die Fisch- oder Krebstierart genannt werden; Weichtiere sind dort kein Hauptallergen.
- Worcestersauce, Fischsauce, Austernsauce, Garnelenpaste, Dashi und Surimi enthalten oft Fisch oder Meeresfrüchte.
- Fisch- und Krebstierallergie beruhen auf verschiedenen Eiweißen; wer auf das eine reagiert, reagiert nicht zwingend auf das andere.
Fisch- und Meeresfrüchteallergien gehören zu den Lebensmittelallergien, die oft erst im Erwachsenenalter beginnen und meist bestehen bleiben. Ein Lachsfilet oder einen Garnelenteller erkennt man sofort. Schwieriger sind die Sardelle in der Soße, die Garnelenpaste im Curry oder das Krillöl in der Kapsel.
Drei Allergengruppen, nicht eine
„Meeresfrüchte" umfasst zwei Gruppen, die biologisch nichts miteinander zu tun haben. Das Etikett behandelt sie unterschiedlich:
| Gruppe | Beispiele | EU (LMIV) | USA |
|---|---|---|---|
| Fisch | Sardelle, Kabeljau, Thunfisch, Lachs, Seelachs, Sardine, Bonito | Pflichtallergen, hervorgehoben | Hauptallergen, Art muss genannt werden |
| Krebstiere | Garnele, Krabbe, Hummer, Flusskrebs, Kaisergranat, Krill | Pflichtallergen, hervorgehoben | Hauptallergen, Art muss genannt werden |
| Weichtiere | Miesmuschel, Auster, Venusmuschel, Jakobsmuschel, Tintenfisch, Oktopus, Schnecke | Pflichtallergen, hervorgehoben | kein Hauptallergen |
- EU: Fisch, Krebstiere und Weichtiere gehören zu den 14 Hauptallergenen und müssen in der Zutatenliste hervorgehoben werden, etwa „Worcestersauce (Sardellen)".
- USA: Fisch und Krebstiere gehören zu den 9 Hauptallergenen. Genannt werden muss die Art, also „cod" oder „shrimp". Weichtiere stehen nur mit ihrem Namen in der Zutatenliste. Das ist wichtig bei importierten Produkten.
Begriffe, die Fisch bedeuten
- jede Fischart: Sardelle (Anchovis), Sardine, Hering, Makrele, Thunfisch, Bonito, Kabeljau, Alaska-Seelachs, Seehecht, Lachs, Forelle, Pangasius, Aal
- Rogen, Kaviar, Bottarga, Taramas
- Fischsauce (Nam Pla, Nước Mắm), Fischfond, Fischextrakt, Fischaroma
- Katsuobushi (Bonitoflocken) und Dashi
- Fischgelatine, Fischkollagen bzw. Meereskollagen, Fischöl, Lebertran, Omega-3 aus Fisch
- Surimi (meist aus Seelachs)
- Hausenblase (Klärmittel aus Fischblasen)
Begriffe, die Krebs- oder Weichtiere bedeuten
Krebstiere:
- Garnele, Shrimps, Scampi, Kaisergranat, Krabbe, Taschenkrebs, Hummer, Flusskrebs, Krill
- Garnelenpaste (Belacan, Kapi, Terasi), getrocknete Garnelen, Krabbenchips
- Krebsextrakt, Hummersuppe, Krustentierfond, Meeresfrüchte-Aroma
Weichtiere:
- Miesmuschel, Auster, Venusmuschel, Herzmuschel, Jakobsmuschel, Abalone
- Tintenfisch (Calamari), Oktopus, Sepia, Sepiatinte (in schwarzer Pasta und Risotto)
- Weinbergschnecke
- Austernsauce, XO-Sauce (getrocknete Jakobsmuscheln und Garnelen)
Wo Fisch und Meeresfrüchte oft stecken
- Worcestersauce und alles, was damit gewürzt ist (Bloody Mary, manche Grillsoßen und Burger)
- Caesar-Dressing, Tapenade, Puttanesca, Salsa verde, manche Pizzen (Sardellen)
- Asiatische Soßen und Pasten: Fischsauce, Austernsauce, Garnelenpaste in thailändischen und malaysischen Currypasten, viele Dip-Soßen
- Kimchi, oft mit Fischsauce oder gesalzenen Garnelen
- Japanische Brühen: Dashi, Misosuppe, Ramen-Brühe, Furikake (oft Bonito)
- Surimi und Krebsfleischimitat: Fisch, manchmal Krebsaroma oder echtes Krebsfleisch, dazu oft Eiklar (siehe verstecktes Ei)
- Paella, Bouillabaisse, Meeresfrüchte-Risotto und „Frutti di Mare"-Pizza
- Nahrungsergänzungsmittel: Fischöl, Lebertran, Krillöl (ein Krebstier) sowie Glucosamin oder Chitosan, die häufig aus Krabben- oder Garnelenschalen gewonnen werden. Achten Sie auf die Herkunftsangabe und fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
- Geschmacksverstärker: Dinatriuminosinat (E 631) und Dinatriumguanylat (E 627) werden meist durch Fermentation hergestellt, können aber aus Fisch stammen. Die Herkunft steht nicht immer dabei.
Ausnahmen in der LMIV
Zwei stark verarbeitete Fischzutaten sind von der Allergenkennzeichnung ausgenommen:
- Fischgelatine als Trägerstoff für Vitamin- oder Carotinoidzubereitungen
- Fischgelatine oder Hausenblase als Klärhilfsmittel in Bier und Wein
Ein mit Hausenblase geklärter Wein muss also nicht „Fisch" angeben. Wenn Sie schon auf Spuren reagieren, besprechen Sie das mit Ihrer Allergologin oder Ihrem Allergologen. Als vegan gekennzeichnete Getränke werden nicht mit tierischen Mitteln geklärt.
Kreuzkontakt und Essen im Restaurant
Fisch und Meeresfrüchte landen oft in gemeinsamen Fritteusen, auf derselben Grillplatte oder im selben Kochwasser. Manche Menschen reagieren sogar auf Dampf beim Kochen von Fisch oder Meeresfrüchten. Fragen Sie deshalb, wie ein Gericht zubereitet wird, nicht nur, was drin ist. Im Urlaub, gerade an der Küste oder in Südostasien, hilft eine Allergiekarte für Reisen.
Hinweise wie „Kann Spuren von Fisch enthalten" sind freiwillig und haben keinen gesetzlichen Grenzwert. Mehr dazu unter „Kann Spuren enthalten".
Fischallergie und Krebstierallergie
- Fischallergie wird vor allem durch das Eiweiß Parvalbumin ausgelöst, das in vielen Fischarten ähnlich ist. Viele Betroffene reagieren auf mehrere Arten, manche vertragen einzelne. Ob etwa Thunfisch aus der Dose vertragen wird, sollte nur unter ärztlicher Anleitung getestet werden.
- Krebstierallergie geht meist auf Tropomyosin zurück. Wer auf Garnelen reagiert, reagiert oft auch auf Krabben und Hummer. Ähnliche Eiweiße in Weichtieren, Hausstaubmilben und Insekten können Kreuzreaktionen auslösen.
- Eine Fischallergie bedeutet nicht automatisch eine Meeresfrüchteallergie und umgekehrt. Welche Gruppen Sie meiden müssen, zeigt die allergologische Abklärung.
Auch in Kosmetik
- Meereskollagen oder hydrolysiertes Fischkollagen in Cremes und Trinkampullen
- Guanin (CI 75170), ein Schimmerpigment aus Fischschuppen, in Nagellack und Lidschatten
- Chitosan aus Krebstierschalen in manchen Haar- und Hautprodukten
- Squalan bzw. Squalen, früher aus Haileber, heute meist pflanzlich; das Etikett sagt selten, woher
Wie man INCI-Listen liest, erklärt unser Ratgeber zu Kosmetik für empfindliche Haut.
So hilft IngrediLens
Mit den Filtern für Fisch, Krebstiere oder Weichtiere markiert IngrediLens diese Allergene samt Synonymen wie Sardelle, Bonito, Surimi, Krill, Garnelenpaste, Tintenfisch oder Austernsauce auf Lebensmittel- und Kosmetiketiketten und zeigt Spurenhinweise gesondert. Die Gratisversion bietet zwei Filter, und die App liest Etiketten in sechs Sprachen, was bei importierten Asia-Soßen und im Urlaub hilft. IngrediLens ist kein Medizinprodukt und kann etwas übersehen: Lesen Sie immer auch selbst die Packung.
Zutaten-Glossar (Englisch): Anchovy, Fish sauce, Fish gelatin, Shrimp, Molluscs.
Etiketten mit IngrediLens prüfen
Halte die iPhone-Kamera auf die Zutatenliste und IngrediLens markiert deine gewählten Allergene und „Kann … enthalten“-Hinweise. Kostenlos starten, kein Konto, deine Daten bleiben auf dem Gerät.
Im App Store ladenHäufige Fragen
Wo versteckt sich Fisch in Lebensmitteln?
Häufig in Worcestersauce, Caesar-Dressing, Tapenade und Pizzabelag (Sardellen), in Fischsauce für asiatische Gerichte und manches Kimchi, in Dashi (Bonito), in Surimi bzw. Krebsfleischimitat sowie als Fischgelatine, Fischöl oder Fischkollagen in Süßwaren, Nahrungsergänzungsmitteln und Getränken.
Gehören Tintenfisch und Muscheln zu den Krebstieren?
Nein. Tintenfisch, Oktopus, Austern, Miesmuscheln und Jakobsmuscheln sind Weichtiere. Sie sind in der EU ein eigenes Pflichtallergen und müssen hervorgehoben werden. In den USA zählen Weichtiere nicht zu den Hauptallergenen.
Wenn ich auf Garnelen allergisch bin, vertrage ich dann keine Meeresfrüchte?
Viele Menschen mit Garnelenallergie reagieren auch auf Krabben und Hummer, weil sie das Eiweiß Tropomyosin gemeinsam haben. Bei Weichtieren ist das weniger vorhersehbar. Welche Gruppen Sie meiden müssen, klärt Ihre Allergologin oder Ihr Allergologe.
Ist eine Meeresfrüchteallergie eine Jodallergie?
Nein. Die Allergie richtet sich gegen Eiweiße in Meeresfrüchten, nicht gegen Jod. Sie ist nach Einschätzung von Fachgesellschaften allein kein Grund, jodhaltiges Kontrastmittel zu meiden. Erwähnen Sie Allergien aber immer vor einer Untersuchung.