Zöliakie: Glutenfrei essen gehen ohne böse Überraschung
Kurz gesagt: Bei Zöliakie zählt schon wenig Gluten, deshalb ist beim Auswärtsessen der Kreuzkontakt in der Küche das Hauptrisiko: gemeinsame Fritteusen, Nudelwasser, Toaster und Mehlstaub. Fragen Sie, wie ein Gericht zubereitet wird, und nutzen Sie die Empfehlungen der Zöliakie-Gesellschaften. „Glutenfrei“ auf der Speisekarte sagt nicht automatisch etwas über den Kreuzkontakt aus.
Bei Zöliakie ist die glutenfreie Ernährung die einzige Behandlung, und sie muss konsequent sein. Zu Hause gelingt das mit der Zeit gut. Auswärts essen bleibt schwieriger, weil Sie die Küche nicht sehen. Mit den richtigen Fragen und etwas Vorbereitung wird es deutlich entspannter.
Warum Kreuzkontakt so wichtig ist
Bei Zöliakie geht es nicht nur um Zutaten, sondern auch um kleine Mengen. Typische Wege, wie Gluten in ein eigentlich glutenfreies Gericht gelangt:
- Nudelwasser: Glutenfreie Pasta im selben Wasser wie Weizennudeln gekocht
- Frittierfett: Pommes in derselben Fritteuse wie panierte Schnitzel
- Toaster und Grillplatten: Brotkrümel
- Schneidebretter, Siebe, Holzlöffel
- Mehlstaub: in Bäckereien und Pizzerien, wo Teig offen verarbeitet wird
- Soßenbinder, Mehlschwitze, Paniermehl
- Bier und Malz in Marinaden oder Soßen
Ein Gericht ohne glutenhaltige Zutaten ist deshalb noch kein glutenfreies Gericht.
Was „glutenfrei" auf der Speisekarte bedeutet
Die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 828/2014 regelt die Angabe „glutenfrei" für alle Lebensmittel, die an Endverbraucher abgegeben werden, also auch im Restaurant. Ein Gericht darf nur so heißen, wenn es höchstens 20 mg Gluten pro Kilogramm enthält. Das setzt voraus, dass die Küche Kreuzkontakt im Griff hat.
Manche Speisekarten schreiben vorsichtiger „ohne glutenhaltige Zutaten" oder „auf Wunsch glutenfrei". Das ist ehrlich, aber kein Versprechen. Fragen Sie in diesem Fall nach, wie zubereitet wird.
Zusätzlich müssen Restaurants nach Art. 44 LMIV über die 14 Hauptallergene informieren, darunter glutenhaltiges Getreide. Die Allergenliste sagt Ihnen, welche Gerichte Gluten als Zutat enthalten, aber nicht, wie die Küche Kreuzkontakt vermeidet.
Die richtigen Fragen
Am besten fragen Sie konkret statt allgemein. Statt „Ist das glutenfrei?":
- „Ich habe Zöliakie. Auch kleine Mengen Gluten schaden mir. Können Sie das in der Küche sicher umsetzen?"
- „Wird die glutenfreie Pasta in frischem Wasser gekocht?"
- „Haben Sie eine eigene Fritteuse für glutenfreie Speisen?"
- „Ist die Soße mit Mehl gebunden? Ist im Dressing Malzessig oder Sojasoße mit Weizen?"
- „Wird das Fleisch vor dem Braten in Mehl gewendet?"
Wenn das Personal unsicher wirkt oder abwinkt, ist das eine wichtige Information.
Orte mit hohem und niedrigerem Risiko
Eher schwierig: Bäckereien, Pizzerien ohne getrennten Bereich, Imbisse mit gemeinsamer Fritteuse, Buffets (Löffel wandern zwischen Schüsseln), Asia-Restaurants (Sojasoße enthält oft Weizen).
Oft leichter: Restaurants mit geschulter Küche und eigener glutenfreier Karte, Steakhäuser und Grillrestaurants mit einfachen Beilagen, Lokale, die von Zöliakie-Gesellschaften empfohlen werden.
Unterstützung durch Zöliakie-Gesellschaften
Die Deutsche Zöliakie Gesellschaft (DZG), die Österreichische Arbeitsgemeinschaft Zöliakie und die IG Zöliakie der Deutschen Schweiz informieren über glutenfreie Ernährung, schulen teils Gastronomiebetriebe und vergeben das Symbol der durchgestrichenen Ähre für Produkte. Ein Blick auf ihre Angebote lohnt sich vor dem Urlaub oder einer Geschäftsreise.
Unterwegs vorsorgen
- Glutenfreie Snacks einpacken, falls die Auswahl klein ist.
- Bei Reisen ins Ausland eine Erklärung in der Landessprache dabeihaben.
- Im Hotel vorab per E-Mail fragen, ob glutenfreies Frühstück möglich ist.
- Bei Flügen glutenfreie Mahlzeit vorbestellen, aber zur Sicherheit eigene Snacks mitnehmen.
Typische Gerichte und ihre Tücken
| Gericht | Mögliche Glutenquelle |
|---|---|
| Pommes frites | Gemeinsame Fritteuse mit panierten Speisen |
| Risotto | Brühe mit Weizen, Bier oder Malz |
| Salat | Croûtons, Dressing mit Malzessig oder Sojasoße |
| Steak oder Fisch | In Mehl gewendet, Soße mit Mehlschwitze |
| Omelett | Manchmal mit Mehl oder Milch-Mehl-Mischung |
| Eis | Waffelstückchen, Kekse, gemeinsamer Portionierer |
| Sushi | Sojasoße mit Weizen, Tempura |
Wenn doch etwas passiert
Wenn Sie den Verdacht haben, versehentlich Gluten gegessen zu haben, notieren Sie Gericht, Restaurant und Beschwerden. Bei anhaltenden oder ungewöhnlichen Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
So hilft IngrediLens
IngrediLens zeigt beim Scannen von Etiketten Gluten und glutenhaltiges Getreide wie Weizen, Dinkel, Gerste, Roggen oder Malz an und markiert Spurenhinweise, auch bei Produkten im Urlaub, da die App sechs Sprachen liest. Fürs Restaurant gibt es eine kostenlose Allergiekarte in 15 Sprachen, mit der Sie der Küche Ihre Zöliakie erklären können. Die Daten bleiben auf dem Gerät, ein Konto ist nicht nötig. IngrediLens ist kein Medizinprodukt und kann etwas übersehen: Fragen Sie immer nach und prüfen Sie die Packung.
Kostenlose Allergiekarte fürs Restaurant (15 Sprachen)
Erstelle, drucke oder speichere eine Karte, die dem Restaurantpersonal im Ausland deine Lebensmittelallergien erklärt.
Kostenloses Tool öffnenEtiketten mit IngrediLens prüfen
Halte die iPhone-Kamera auf die Zutatenliste und IngrediLens markiert deine gewählten Allergene und „Kann … enthalten“-Hinweise. Kostenlos starten, kein Konto, deine Daten bleiben auf dem Gerät.
Im App Store ladenHäufige Fragen
Darf ein Restaurant ein Gericht einfach „glutenfrei“ nennen?
Nur wenn es höchstens 20 mg Gluten pro Kilogramm enthält. Die Verordnung (EU) Nr. 828/2014 gilt auch für unverpackte Lebensmittel, etwa im Restaurant.
Reicht es, wenn die Küche einfach das Brot weglässt?
Meist nicht. Kreuzkontakt über Nudelwasser, Frittierfett, Toaster, Schneidebretter oder Mehlstaub ist bei Zöliakie ein echtes Risiko.
Was ist der Unterschied zwischen „glutenfrei“ und „ohne glutenhaltige Zutaten“?
„Glutenfrei“ ist eine geregelte Angabe mit Grenzwert. „Ohne glutenhaltige Zutaten“ sagt nur, dass im Rezept kein Gluten vorkommt; Kreuzkontakt ist damit nicht ausgeschlossen.
Merke ich es, wenn ich versehentlich Gluten gegessen habe?
Nicht unbedingt. Manche Menschen mit Zöliakie haben keine deutlichen Beschwerden, der Darm kann trotzdem geschädigt werden.